5.
Dezember 2006Weniger als 10 Cent Lohn für das olympische Logo
Han Meilin, ein Chinese, leitet im stolzen Alter von 70 Jahren das Team für das Logo der Olympischen Spiele 2008 in seinem Land. Außer dem Dank der Heimat bekommt er zur Entlohnung – einen Yuan, umgerechnet 0,096 Euro, und die fünf Maskottchen der Spiele.

Falls es sich nicht nur um einen ausgehandelten, symbolischen Lohn handelt, wäre das kein guter Vorbote der olympischen Spiele 2008. Der Maler und Bildhauer gibt, auf den Umstand angesprochen, folgende chinesische Weisheit von sich:
“A little misfortune is not a bad thing.“
Bemerkenswert – sowohl die Einstellung, als auch das Logo.
Quelle: LogoDesign.com
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5. Dezember 2006 | 20:01
Weiß man, mit welcher Begründung der erfahrene Herr damit abgespeist wird? Hat er das im Auftrag seines Arbeitgebers ausgeführt oder ist er selbständig?
5. Dezember 2006 | 20:25
Da die Originalquelle auf die sich LogoDesign.com bezieht nicht mehr verfügbar ist, bleibt wohl nur dieses chinesische Interview zu den olympischen Maskottchen. Darin gibt er an keine Bezahlung, wohl aber die Rechte an den Maskottchen haben zu wollen… Das scheint aber auch gerade ein Thema zu sein…
10. Dezember 2006 | 10:09
…wenn der Lohn symbolisch ist, kann dies auch bedeuten, dass es sich um etwas sehr Hochwertiges handelt, für das sonst ein sehr hoher Preis bezahlt werden müsste. Für Han Meilin ist es sicher eine Frage der Ehre und/oder ein ganz besonders kluger Schachzug, weshalb er quasi umsonst das Olympia-Logo entwickelt. Wer sich für ein Logo von so großer Bedeutung symbolisch bezahlen lässt, erntet mehr Lohn und wird bekannter, als wenn er dafür ein normales angemessenes Entgelt bekäme. Die Tatsache, dass hier in diesem Forum über Han Meilin geblogt wird, ist bereits eine Auswirkung dieser Philosophie. Manchmal ist Weniger eben Mehr…
12. Dezember 2006 | 12:20
@Brigitte: Dein Kommentar liest sich durchgehend wie eine chinesische Weisheit. „Ernten was man sät“ – das habe ich von Deinem Blog schon des Öfteren als Rat mitnehmen dürfen. Vielen Dank!
9. März 2007 | 13:34
mit dem fortschritt steigen auch die ansprüche und dann sind auch china solche preise nicht mehr möglich – hoffentlich
13. März 2007 | 13:25
China gehört traditionell zu den (leider immer noch vielen) Nationen überzogener Herrschaftsausübung und Ausbeutung. Ob Kaiserreich, autokratische Republik oder Volksrepublik: Das Menschenbild in dieser Tetra-Nation widerspricht in sehr vielen Belangen aufgeklärten Wertvorstellungen. Das liegt nicht zuletzt auch in jedem einzelnen Chinesen selbst begründet, ob er nun Täter ist oder Opfer! Warum verwundert es dann, wenn jemand, der nicht unerheblich zur Wertschöpfung beiträgt, mit einem Brosamen abgespeist wird? Hätte dieser Mensch in umgekehrtem Falle anders gehandelt? … Gruß OG